12. Jahrgang, Geschichtsprofil: Stadtführung zu den Stolpersteinen in Neumünster

In der Vorhabenwoche führte das Geschichtsprofil des 12. Jahrgangs mit Frau Fentsahm einen bedeutsamen Rundgang durch Neumünsters Innenstadt durch. Die Stadtführerin, eine ältere Dame aus Neumünster, berichtete viel Wissenswertes über die sogenannten „Stolpersteine“.

Die „Stolpersteine“ sind ein internationales Projekt von Gunter Demnig aus Berlin. Es ist das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Demnig setzt vor die Häuser von durch Nationalsozialisten deportierte Menschen pflastersteingroße Messingplatten in den Gehweg. Name, Geburtsjahr, Todesort und -zeitpunkt und weitere Informationen sind in die Platten hineingeschlagen. Inzwischen gibt es in Deutschland sowie 18 weiteren europäischen Ländern schon 50 000 solche Steine.

Unser Rundgang begann bei dem Stein von Konrad Matzke am Großflecken. Dann gingen wir weiter zu dem Stein von Ludwig Carl Tamm. Vor dem Rathaus ist der Stein von Bertha Benjamin. Sie war eine Jüdin. Ihr letzter Wohnort ist nicht bekannt. In der Propstenstraße liegt der Stein von Heinz Baronowitz. Die Eltern unsere Stadtführerin waren mit ihm befreundet, darum ist es für sie noch immer besonders bewegend, vor seinem damaligen Haus zu stehen. Er und seine Frau schickten ihre Kinder nach England. Als man sie später dort auffand, wollten sie nicht mehr zurück nach Deutschland. Sie konnten das Handeln ihrer Eltern zwar verstehen, hatten aber sehr unter der Trennung gelitten.

In der Schützenstraße kamen wir zum Stolperstein von Franz Müller. Er wurde ins KZ Mauthausen deportiert. Dort schloss er Freundschaft mit einem anderen Häftling, sie verabredeten, den Eltern des jeweils anderen beim Tod des Sohnes Bescheid geben würden. Nach der Befreiung des KZs wurde der Brief seines Freundes zu seinen Eltern gebracht.

Im Schleusberg gibt es gleich drei Stolpersteine an einer Stelle, weil dort eine jüdische Kaufmannsfamilie verhaftet und deportiert worden war.

Wir sprachen während unseres Rundgangs auch über unterschiedliche Ansichten zu dem Projekt. Nicht alle finden die Art und Weise des Gedenkens angemessen, manche sagen sogar, das Andenken würde „mit Füßen getreten“. Demnig hingegen will die Namen der Opfer zurück an die Orte ihres Lebens bringen. Dadurch dass man sich hinabbeugen muss, um die recht kleine Schrift zu entziffern, entsteht zusätzlich eine Art Verbeugung.

Mika Widmann 12a

Liebe Besucher,

die Gemeinschaftsschule Faldera mit Oberstufe begrüßt Sie herzlich!

Auf dieser Website finden Sie Informationen zu den Grundsätzen und Zielen unserer Arbeit. Außerdem möchten wir Ihnen aktuelle Eindrücke von den Ereignissen und Aktivitäten an unserer Schule vermitteln. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung. Kontaktieren Sie uns gerne bei weiteren Fragen.

Mit freundlichen Grüßen,
Norbert Freund (Oberstudiendirektor)

Gemeinschaftsschule Faldera

Integrierte Gemeinschaftsschule und Ganztagsschule
mit Oberstufe der Stadt Neumünster

Franz-Wieman-Str.8
24537 Neumünster

Tel.: 04321/7076530
Fax.: 04321/968435

Anmeldung